Der vorgegebene Anfangshalbsatz lautete:
"Sabine war wirklich keine Pornodarstellerin, aber..." -
zu enden hatte der Text mit dem Halbsatz: "...und dann bestellte sie Champagner."

Nur eine Brauseboys-Hausaufgabe von Frank Sorge

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Marlene war wirklich keine Pornodarstellerin, aber sie hätte, da es in diesem Geschäft wie in allen bestimmt auch schon alles gab, natürlich auch eine sein können. Zumal ich sie auch das erste Mal nackt in einem Film sah, der allerdings vor einer Reihe Kunstschaffender plus ihrem großen, elendig satyrenhaften Gefolge gezeigt wurde. Dabei läßt sich bemerken, daß der Unterschied zwischen Pornographie und intellektuellem Kunsterotikfilm auch nur darin bestehen könnte, ob dazwischen über Hegel oder die lang erwartete Ankunft des Postboten gesprochen wird. Nein, der Unterschied mutet weitreichender an, ist aber nur in der Stärke verdrängter Impulse wirklich wesentlich. Daraus, der eindeutigen Überlegenheit in der Stärke verdrängter Impulse in Quantität und Qualität, ist unmittelbar einleuchtend, daß Geisteswissenschaftler und Intellektuelle die raffinierteren und überzeugenderen, kurz: einfach die besseren Liebhaber sein müssen. Marlene sah das anders und - hier sei kurz eingeschoben, weil es zu erzählen nötig scheint, um einen längst entstandenen Eindruck im letzten Moment zu korrigieren, daß sie in diesem Film, der ein Zusammenschnitt alter Super-8-Filme war, als 6-jähriges Mädchen im elterlichen Garten nackt durch einen Rasensprenger lief, und ja, sie kenne den Künstler und habe ihm diesen alten Urlaubsfilm beschafft. Zweifelsohne, stellte sie fest, habe der Künstler natürlich diesen Abschnitt eingefügt, um auf eine quasi romantische Art weiter sinnlos um sie zu werben, obwohl der doch eh nur enthüllte, wie seine Neigungen gelagert waren... und so in etwa drückte sie es aus: repressives Papi-Tochter Sydrom, ihrer kindlichen Erscheinung und seiner Patriarchenprojektion seiner Überheblichkeit aus Unsicherheit wegen und, sie wolle das wirklich betont haben: ihrer ständigen Bereitschaft zum guten Kumpel-Sex entgegen einfach jede Lust in ihr erstickte. Sie wollte keine Mama sein und keine Tochter. Rivale und Lustobjekt, ja. Sparringspartner, ja. Sie wolle mit ihm auf dem Bolzplatz stehen, oder Fußball spielen - aber welcher Intellektuelle spiele schon Fußball, untermauerte sie ihre Einschätzung intellektueller Liebesfähigkeit? Und wer von denen würde nicht lieber sich kugelbauchtrinkend vor dem Fernseher den Homer aus dem Kopf pusten lassen? Also ein Intellektueller, der käme nicht mehr in Frage, sie sei einfach zu gezeichnet, zu oft geblendet und hätte zu oft wiedererkennend entlarven können, wie wenig, nicht über Maße gesprochen, sondern sinnbildlich, dahinter stecke, weniger noch, als sie bei dem Fensterklempnerlehrling bei der Sanierung ihres Hauses gefunden hatte. Wir tranken noch zwei Bier und stromerten in die Nacht hinaus. Der Plan war uns noch bis zu dem Punkt zu besaufen, wo man wirklich nur noch zu dir oder zu mir sagt, was in diesem Fall nach durchschnittlicher Kohleverfeuerung pro Quadratmeter täglich, Schrittmenge bis zur Haustür, Zuverlässigkeit und Dauer der Warmwasserlieferung in den sanitären Anlagen, Nichtraucher-Raucher, Kaffeetrinker/Teesäufer und Kaffeevorrat/Teedepot und der geschätzten Qualität des Schlafs nach dem Beischlaf, gemessen nach Breite des Bettes/Nicht-Bettes, der Matratzenbeschaffenheit und der Wahrscheinlichkeit des Aufkreuzens uns bisher verheimlichter Beziehungen oder Geliebter entschieden wurde. Ich verliebte mich in einem hinteren Winkel meines Gehirns doch, wo es zu seiner Zeit hervorspringen würde, um mir Fratzen zu schneiden. Das zweite mal klar und deutlich sah ich sie nackt vor dem Laptop sitzen, wie sie mir in der Nacht noch die Bedienung von Ebay beibrachte und wir flaxten uns die Hölle aus den Herzen, wo es hier wie dort Kerben oder Narben gab und ich schlug etwas vor für morgen und dann bestellte sie (auf meinen Namen) Champagner.